Gesellschaft für Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologische Forschung e.V.
 
Home
Zielsetzung
Forschungsgebiete
Vorträge u. Veröffentlichungen

Empfehlungen zur Arbeitszeitgestaltung

Projekte
Kooperationen
Downloads
Vorstand
Kontakt
Impressum
BASS 4 Download

Projekte

Aktuelle Projekte
Eine Auswahl abgeschlossener Projekte

Arbeiten Sie an eigenen interessanten Fragestellungen aus den o.g. Bereichen und suchen wissenschaftliche Unterstützung bzw. Kooperationsmöglichkeiten?

Sprechen Sie mit uns!
P1

Der Aspekt der Arbeitszeit in der Gefährdungsbeurteilung

Eine stärkere Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Beurteilung des Belastungsaspektes Arbeitszeit im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen erscheint notwendig. Eine einfache Beurteilung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben reicht offensichtlich nicht aus, wie erhöhte Unfallrisiken und gesundheitliche Beschwerden in Abhängigkeit von der Arbeitsdauer bereits innerhalb der gesetzlichen Vorgaben erkennen lassen (Nachreiner et al. 2005) . Eine derart differenzierte Analyse von Arbeitszeitsystemen ist jedoch aufgrund der gegebenen Komplexität des Prüfproblems und ohne die in der Praxis häufig fehlende Expertise ohne technische Hilfsmittel kaum zu leisten. Vor diesem Hintergrund wird der Frage nachgegangen, ob und wie computergestützte Instrumente zur Arbeitszeitgestaltung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zur Abschätzung der aus der konkreten Arbeitszeitgestaltung resultierenden Gefährdungen eingesetzt werden können. Eine geeignete Software sollte dem Praktiker eine Hilfe sowohl im Hinblick auf die Beurteilung der Gefährdung wie auch im Hinblick auf die Entwicklung von gefährdungsminimierenden Lösungsansätzen sein. 

Erste Untersuchungen und Analyseergebnisse zum Zusammenhang zwischen der Dienstplangüte und gesundheitlichen Beschwerden zeigen, dass die Dienstplangüte (Prädiktor), operationalisiert durch eine Bewertungskennzahl aus BASS 4, zur Vorhersage für zu erwartende psychische und physische Beschwerden (Kriterium) verwendet werden kann.

Zur Zeit laufen Vorbereitungen zur Durchführung einer Onlineumfrage, um den Zusammenhang zwischen der Dienstplangüte, weiteren Belastungs- und Arbeitsbedingungen sowie persönlichen Merkmalen und gesundheitlichen Beschwerden genauer beschreiben zu können. 

1. Nachreiner, F.; Janßen, D. & Schomann, C. (2005)
Gesundheitliche Auswirkungen langer Arbeitszeiten.(51. Arbeitswissenschaftlicher Kongreß der GfA, ETH Zürich, Schweiz, 24.-26.03.2004). S. 275-278. Dortmund: GFA-Press.

Beginn: 01.01.2005 Kooperationspartner: --- Projektleitung:
Dipl. Psych. C. Schomann
P2

Bedarfs- und belastungsoptimierte Dienstplangestaltung

Bei der Gestaltung von individuellen Dienstplänen sind mehrere verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Die Dienstplangestaltung muss sich an dem Arbeitskräftebedarf ausrichten (bedarfsorientiert), unter einer Arbeits- und Gesundheitsperspektive arbeitswissenschaftlichen Gestaltungsgrundsätzen genügen (ergonomisch) und die Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigen (mitarbeiterorientiert). Je nach Prioritätensetzung dieser Aspekte und Ziele der Handelnden werden sich unterschiedliche Gestaltungslösungen in der Aufstellung konkreter Dienstpläne ergeben.

Mit BASS 4 (Bedarfsorientiertes arbeitswissenschaftliches System zur Schichtplangestaltung) steht eine Software zur Verfügung, mit der die Gestaltung und Bewertung von Arbeitszeitsystemen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, betrieblicher und mitarbeiterorientierter Anforderungen möglich ist. Dabei eignet sich dieses Instrument zurzeit insbesondere zur Entwicklung grundlegender gruppenbezogener Arbeitszeitmodelle. Die Gestaltung ergonomischer individueller Dienstpläne (n=1), die den gesamten betrieblichen Arbeitskräftebedarf berücksichtigen, ist mit BASS 4 momentan nur mit großen Einschränkungen durchführbar. Hier besteht eine deutliche Schwachstelle von BASS 4, die nur forschungsgestützt beseitigt werden kann.
Die Erkenntnisse, die im Rahmen dieses Projektes gewonnen werden, sollen dazu beitragen, forschungsgestützt BASS 4 zu einem System auszubauen, dass auch eine ergonomische individuelle Dienstplangestaltung in einer benutzungsfreundlichen Form erlaubt. Weiterhin ist im Rahmen dieser Untersuchung zu prüfen, inwieweit das neu entwickelte Verfahren zur Einschätzung der Belastung am Arbeitsplatz (EBA) zur belastungsoptimierten Bestimmung eines Arbeitskräftebedarfes nützlich sein kann.

Beginn: 01.04.2006 Kooperationspartner: Gewerkschaft NGG Projektleitung:
Dipl. Psych. C. Schomann
P3

Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Arbeitszeitgestaltung
und die Planung von Schichtarbeit in der Produktion 

Der Anteil von der Normalarbeitszeit abweichender Arbeitszeitsysteme, z.B. Schichtarbeit und flexible Arbeitszeiten, nimmt auch in der Produktion immer mehr zu. Eine Beurteilung der damit verbundenen gesundheitlichen und sozialen Risiken findet sich in der betrieblichen Praxis eher selten, was einerseits an einem mangelnden Risikobewusstsein, andererseits aber auch auf das Fehlen geeigneter Bewertungshilfen zurückzuführen ist. Unter der Leitung von Prof. Dr. F. Nachreiner erarbeitet das Institut für Psychologie der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern Gawo e.V. und Informatik Consulting praxistaugliche Instrumente mit dem Ziel, den Wissenserwerb betrieblicher Akteure rund um das Thema Arbeitszeitgestaltung zu unterstützen und eine qualifizierte Risikobewertung des Belastungsfaktors Arbeitszeit, auch zum Zweck der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung, zu erlauben.  

 Vorgehensweise und Methoden

Sammlung und Aufbereitung der vorliegenden arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse und Empfehlungen zur Arbeitszeitgestaltung, insbesondere auch im Hinblick auf  das Gefährdungspotential flexibler Arbeitszeiten.

Einrichtung eines spezifischen Internetportals auf der Homepage INQA-Produktion zur Bereitstellung der Erkenntnisse und Empfehlungen rund um das Thema Arbeitszeit, zum Aufbau einer Datenbank mit „Musterlösungen“ sowie zum Aufbau eines Forums, das den Wissensaustausch potentieller Nutzer ermöglichen soll.

Entwicklung eines internetbasierten, öffentlich zugänglichen Softwaretools zur Risikobeurteilung, damit Mitarbeiter, Arbeitszeitplaner, Vertreter der Sozialpartner sowie des staatlichen Arbeitsschutzes einfach und unmittelbar eine Bewertung des Gefährdungscharakters eines konkreten Arbeitszeitsystems erhalten können.

Beginn: 01.08.2007 Kooperationspartner:
GAWO / Uni-Oldenburg / I.CON
Projektleitung:
Prof. Dr. F. Nachreiner
1

Broschürenreihe Software-Ergonomie

In Zusammenarbeit mit der Verwaltungsberufsgenossenschaft wurde eine Broschürenreihe zur Software-Ergonomie entwickelt. In vier Broschüren sind praktisch nutzbare Informationen auch für den Mitarbeiter am Arbeitsplatz zusammengestellt:
1. Nutzungsqualität von Software:
Grundlegende Informationen zum Einsatz von Software in Arbeitssystemen
2. Management und Software:
Arbeitshilfen zur Erhöhung der Nutzungsqualität von Software im Arbeitssystem
3. Software-Kauf und Pflichtenheft:
Leitfaden und Arbeitshilfen für Kauf, Entwicklung und Beurteilung von Software
4. Einrichten von Software:
Leitfaden und Check für Benutzer

Die Broschüren sind über die Verwaltungsberufsgenossenschaft zu beziehen.

Jahr: 2000-2002 Kooperationspartner:
Verwaltungs-BG
Projektleitung:
Prof. Dr. F. Nachreiner
2

Machbarkeitsstudie zum Thema
"Dauer der Arbeitszeit und gesundheitliche Beschwerden"

Anhand der Daten aus der 3. Umfrage (2000) der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Dublin) sowie in der ergänzenden Umfrage in den neuen Beitrittsländern (2001) der EU soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie erkundet werden, ob sich diese Datenbasis für detaillierte Analysen zum Zusammenhang zwischen der Dauer der Arbeitszeit und dem Ausmaß erlebter Beeinträchtigungen eignet.
Erste, sehr grobe Analysen haben gezeigt, dass die Daten Aufschluss über den vermuteten Zusammenhang geben könnten, wobei sich eine Zunahme einzelner Beschwerden mit zunehmender Wochenarbeitszeit andeutet. Bevor weiterführende und für Konfundierungen bzw. systematische Abhängigkeiten kontrollierende Untersuchungen durchgeführt werden, soll mit Hilfe der hier beantragten Machbarkeitsstudie geklärt werden, inwieweit sich die vorliegenden Daten für solche Analysen, auch auf vergleichender Basis zwischen den einzelnen Mitgliedsländern der EU, eignen.

Informationen zum Projekt

Projektbericht

Jahr: 2005 Kooperationspartner:
Hans Böckler Stiftung
Projektleitung:
Prof. Dr. F. Nachreiner
- Information